Digitales Leben

Neues Flugerlebnis für Angstpatienten

Die Europäische Aufsichtsbehörde für Flugsicherheit (EASA) hat eine neue Richtlinie erlassen, die das Benutzen elektronischer Geräte während des gesamten Flugs erlaubt. Neben dem willkommenen Entertainment-Faktor bietet dies auch Flugangstpatienten vollkommen neue Möglichkeiten.

Endlich. Dank der neuen Richtlinie können wir wieder Musik bei Start und Landung hören, die wirklich wichtigen Szenen fotografieren und müssen nicht mehr den Kindle ausschalten, bis wir die Reisehöhe erreicht haben. Aber die Erlaubnis für die Nutzung elektronischer Geräte kann abseits der persönlichen Unterhaltung noch viel mehr bedeuten. Insbesondere für Angstpatienten.

Herzrasen, schweißnasse Hände, Übelkeit, Panik: Jeder fünfte Deutsche leidet unter Flugangst. Abhilfe schaffen sollen neben Verhaltenstherapien vor allem Atem- und Entspannungsübungen. Aber wie können wir uns entspannen, wenn unser Nebenmann in ein ausgiebiges Gespräch verwickelt ist, die Stewardess kontrolliert, ob das Handgepäck ordnungsgemäß verstaut ist und aus den Lautsprechern die Stimme des Piloten dröhnt? Die kritischen Phasen wie Start und Landung sind für die meisten Betroffenen eine enorme psychische Belastung und der häufigste Grund dafür, dass Flugreisen gar nicht erst angetreten oder gar geplant werden. Das könnte sich nun ändern.

Intelligente Software unterstützt Verhaltenstherapie

Man könnte davon ausgehen, dass das Wissen über eingeschaltete elektronische Geräte gerade bei Flugangstpatienten einen zusätzlichen Stressfaktor bedeutet. Tatsächlich kann der Fluch aber zum Segen werden und die eigene Therapie sinnvoll unterstützen.

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Mit der richtigen App auf dem Smartphone oder Tablet und Kopfhörern könnten Passagiere die störenden Umgebungsgeräusche ausblenden und sich auf sich selbst konzentrieren – und das während des gesamten Fluges. Bestimmte Maßnahmen und Entspannungsübungen, die über die App vermittelt werden, helfen dem Patienten, in akuten Situationen nicht in Panik zu geraten und sich zu fokussieren. Die App könnte beispielsweise mit einer Art Stressjournal ergänzt werden, in welcher der Patient jederzeit seine Befindlichkeiten eingeben kann. Die gespeicherten Aufzeichungen ergeben eine Echtzeit-Dokumentation der Situation, die für den Therapeuten zur Verfügung gestellt werden könnte. Diese Informationen können in der weiteren Behandlung viele Vorteile bringen, da der Therapeut sich nicht mehr auf eventuell verzerrte Erinnerungen verlassen muss.

Man kann also sehr gespannt sein, wie sich das Verhalten an Bord verändern wird. Wir sind der Meinung, es könnte deutlich entspannter werden. Wenn Sie als Therapeut oder mit Ihrem Unternehmen einen Service zur Verbesserung des Flugerlebnisses entwickeln möchten, freuen wir uns mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

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