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Holokratie bei M&C: Mit neuem Rollensystem zu mehr Flexibilität

Wie jedes zukunftsorientierte Unternehmen haben auch wir bei Me & Company unternehmerische Ziele für die nächsten Jahre. Neben den wirtschaftlichen Aspekten liegt uns ein Anliegen ganz besonders am Herzen: Wir möchten einen Arbeitsplatz schaffen, an dem jeder Mitarbeiter Herausragendes leisten und sein Potenzial frei entfalten kann.

Weil gut nicht ausreichend ist

Unsere Aufgaben nur durchschnittlich zu erledigen, reicht uns nicht aus. Selbst “gute” Ergebnisse findet man überall. Aber kontinuierlich wirklich bedeutungsvolle Arbeit abzuliefern, das ist richtig schwer – und dennoch ist das unser Anspruch. Wir möchten für unsere Kunden nicht nur gute, sondern großartige Produkte entwickeln. Und um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, braucht es einen Arbeitsplatz und eine Arbeitsatmosphäre, die uns das ermöglicht.

Jetzt ist es nicht so, dass Mitarbeiter bei anderen Agenturen in Käfigen gehalten werden, keine Mittagspausen machen dürfen oder mit Windows 95 arbeiten müssen. Gleitzeit, kostenlose Getränke, neuestes Equipment, Sitzsäcke, nette Kollegen, Team-Events, flache Hierarchien, Nerf-Pistolen, Kicker und Tischtennis-Platten: All das ist mittlerweile zum Standard-Repertoire einer guten Agentur geworden. Auch bei M&C haben wir einige dieser Benefits schon seit Jahren.

Doch mit der Zeit haben wir festgestellt, dass all diese Dinge unsere Arbeit nur angenehmer, nicht aber besser oder produktiver machen. Auch wenn es bei uns nie starre Hierarchien oder Abteilungen gab (bedingt durch unsere überschaubare Mitarbeiterzahl), konnten wir nicht so flexibel und agil agieren, wie wir es gerne getan hätten.

Letztendlich haben wir die Idee der Holokratie für uns entdeckt, auf unsere Bedürfnisse angepasst und ein sogenanntes “Rollensystem” geschaffen.

Rollen statt Positionen

Es gibt keine typischen Berufsbezeichnungen, Manager oder Abteilungen, sondern nur Rollen, die jeweils verschiedene Themenschwerpunkte und Aufgaben haben. Jeder Mitarbeiter nimmt eine oder gleich mehrere der insgesamt über 25 Rollen an.

Wir unterscheiden dabei nach Fachrollen, wie dem Interface Designer oder dem Content Editor, und Projektrollen, wie dem Scrum Master oder dem Product Owner. Letztere werden nicht von einer Person in Vollzeit ausgeübt, sondern können von verschiedenen Personen für einzelne Scrum-Projekte bedient werden. So sind selbst der Geschäftsführer und seine Aufgaben als Rolle definiert.

Me & Company Role Map und Role Matrix

Ein Beispiel: Je nach Bedarf arbeitet Niels in der Rolle des Service Designers, User Researchers oder Data Analysten. Außerdem hat er in bestimmten Projekten die Rolle des Product Owners inne. Und falls er sich zukünftig verstärkt auf das Interface Design oder Content Marketing konzentrieren möchte, steht es ihm frei, auch diese Rollen auszuüben. Natürlich ist die Ausübung an Bedingungen gebunden: So muss ein Bedarf für die gewünschte Rolle bestehen und gewisse Voraussetzungen (z.B. Fachkenntnisse) erfüllt werden.

Unsere Erfahrungsstufen

Ja Moment mal! Voraussetzungen und nötiges Wissen? Das klingt nicht so, als wäre es einfach, seine Rolle zu wechseln oder gänzlich neue anzunehmen.

Das war tatsächlich ein Problem, dem wir uns stellen mussten. Wie können wir gewährleisten, dass jeder Mitarbeiter seine Rollen möglichst schnell wechseln kann? Und zwar so, dass unsere hohen Qualitätsansprüche und die mit jeder Rolle verbundenen Aufgaben erfüllt werden? Aus diesem Grund haben wir uns für ein Modell mit Erfahrungsstufen entschieden, das sich in drei Stufen – Trainee, Practitioner und Coach – gliedert.

Grundsätzlich gilt: Jeder kann jede Rolle einnehmen. Ohne bestehende Vorkenntnisse starten die Betroffenen als Trainee. Sie bleiben so lange auf dieser Stufe, bis sie alle notwendigen Fachkenntnisse, Softskills und Erfahrungen für diese Rolle gesammelt haben. Um diese Entwicklung möglichst objektiv beurteilen zu können, haben wir für jede Rolle eine umfassende Beschreibung erstellt. Diese umfasst Aufgaben, Skills, Fachkenntnisse, Befugnisse und Entscheidungen.

Me & Company Bibliothek

Me & Company Bibliothek

Werden alle Voraussetzungen erfüllt, nimmt man die Stufe des Practitioners ein. Um die Rolle des Coaches auszuüben, sind fortgeschrittene (Berufs-)Erfahrung sowie umfassendes Expertenwissen vonnöten. Als Coach gibt man sein Wissen weiter, versucht Kollegen voranzubringen und vertritt das Unternehmen auf externen Events sowie Vorträgen nach außen.

Agiert man beispielsweise als Coach in der Rolle des Service Designers, bedeutet das nicht, dass man diesen Status auch bei seinen übrigen Rollen inne hat. Die Erfahrungsstufen werden für jede Rolle einzeln betrachtet. Es ist also durchaus möglich, dass jemand Trainee in der einen und Coach in der anderen Rolle ist.

Flexibility is key

Doch warum das Ganze? Neben den deutlich positiven Nebeneffekten, wie Mitarbeiterzufriedenheit, Selbstverwirklichung und gesteigerter Produktivität, gibt es einen Faktor, der für uns besonders wichtig ist: Wir sind flexibel und zwar sowohl auf Projekt- als auch auf Unternehmensebene. Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt. Dass sich Anforderungen ändern, liegt in der Natur der Sache. Jedoch können wir mit unserem Rollensystem schnell und mit eigenen Ressourcen angemessen auf Veränderungen reagieren.

Innerhalb laufender Projekte kommen Veränderungen häufig vor. Die Gründe hierfür sind vielfältig: der Aufwand in der Entwicklung ist größer als gedacht, die Zielsetzung des Kunden hat sich verändert oder das Budget wurde halbiert. Außerdem haben wir schon häufig in der Research-Phase festgestellt, dass wir ein komplett anderes Produkt als geplant entwickeln müssen. Was auch immer der Grund für den Kurswechsel sein mag: Durch die Annahme von Rollen können wir flexibel und schnell reagieren.

Me & Company Team bei der Arbeit

Ausarbeitung der Rollen durch das Me & Company Team

Veränderungen auf Unternehmensseite erstrecken sich zumeist über längere Zeiträume; auch hier hilft das Rollensystem weiter. Was würde passieren, wenn wir die nächsten Jahre ausschließlich Aufgaben im Service Design haben und nicht mehr in der Softwareentwicklung? Ein klassisches Unternehmen würde neue Service Designer einstellen und Entwickler entlassen – das ist der typische Lauf der Dinge.

Bei Me & Company könnte ein solches Szenario anders verlaufen: Unsere Entwickler könnten als Trainee im Service Design anfangen und mit der Zeit immer weitere Aufgaben und Verantwortung in diesem Bereich annehmen. Bestehendes Personal sowie Wissen wird gehalten und nur intern im Unternehmen umgeschichtet. Natürlich ist dieses Szenario überspitzt; solche Situationen sind so oder so ähnlich aber durchaus vorstellbar.

Wie zu Beginn erwähnt, haben wir durch unser Rollensystem eine Atmosphäre und Unternehmenskultur geschaffen, welche viel Wert auf die individuelle Entwicklung und Eigenverantwortung der Mitarbeiter legt. Die Geschäftsführung hat Rahmenbedingungen geschaffen, die es allen Kollegen ermöglicht, herausragende Produkte und Services zu entwickeln.

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