Service-& User Experience Design

Mit Design Studio Innovationen generieren

Design Studio Innovationen generieren

Was braucht man, um neue innovative Ideen zu generieren, sei es für bestehende oder neue Produkte und Services? Auch wenn es sicher kein Patentrezept gibt, sind Inspiration, unterschiedliche Perspektiven sowie ein strukturiertes Vorgehen hierbei die richtigen Zutaten – ganz wie im Design Studio Ansatz.

Inspiration: Inspiration kann durch verschiedene Quellen Impulse liefern. Eine der wichtigsten ist dabei User Research, denn Erkenntnisse von realen oder potenziellen Nutzern helfen, Probleme zu erkennen und Lösungsansätze dafür zu generieren. Aber auch Analysen anderer Branchen können ein Anstoß für neue Ideen sein.

Perspektiven: Unterschiedliche Perspektiven erreicht man durch ein möglichst heterogenes Team, welches sich für den Ideenfindungsprozess zusammenfindet. Dabei werden Teilnehmer stellvertretend für verschiedene Sichtweisen eingebunden, z.B. Service Designer, User Researcher oder Support-Mitarbeiter für die Kundensicht, Marketer oder Produkt Manager für die Business-Sicht und ITler/ Entwickler für die technische Seite.

Vorgehen: Als strukturiertes Vorgehen für den Ideenfindungsprozess gibt es viele Möglichkeiten in einem Workshop-Format:

  • Klassisches Brainstorming hat sich als wenig produktiv herausgestellt, da es zu viele Phasen gibt, in denen jeweils nur eine Person spricht/denkt und die anderen warten bzw. selbst nicht aktiv sind.
  • Methoden wie 6-3-5 versuchen diese Schwächen durch sogenanntes Brainwriting zu umgehen, indem jeder Teilnehmer für sich nach Ideen sucht. Nach einer bestimmten Zeit werden die bis dato gesammelten Ideen an andere Teilnehmer weitergereicht, um diese daraufhin entweder weiterzuentwickeln oder aus den Ideen der anderen ganz neue Ansätze abzuleiten. Doch auch dieses Vorgehen hat Nachteile, da die Ideen auf einem Blatt geschrieben und kommentarlos weitergereicht werden. So besteht die Gefahr, dass andere Teilnehmer die dokumentierten Ideen nicht richtig verstehen oder anders interpretieren als intendiert. Darüber hinaus fehlt eine Möglichkeit, direkt Feedback zu einzelnen Ideen zu geben.
  • Bei Me & Company nutzen wir für den Ideenfindungsprozess mitunter das sogenannte Design Studio. Dieses Vorgehen meint nicht etwa eine Räumlichkeit für Kreative, sondern eine Methode, die häufig im Konzeptions- bzw. Designprozess genutzt wird. Bei Design Studio geht es darum, in mehreren kleinen Zyklen zusammen mit anderen verschiedene Ideen zu einem Designproblem zu skizzieren, um in kurzer Zeit gemeinsam die bestmögliche Lösung zu finden.

The goal of the design studio is to arrive at solid design solutions in a collaborative setting …
uie.com

Der klassische Design Studio Prozess

Der Design Studio Prozess ist wie folgt aufgebaut:

  • Gemeinsames Verständnis schaffen (Illumination phase) – Business Kontexte, Probleme von Nutzern werden vorgestellt, um anschließend die Problemeingrenzung aufzuzeigen („Wie können wir [Business- oder Nutzerproblem XY] lösen?“).

Erste Kreativ-Iteration

  • Gemeinsam Ideen skizzieren (Collaborative Ideation phase): Teilnehmer skizzieren, entweder jeder für sich oder in kleineren Gruppen, Konzept-Ideen für das beschriebene Problem, meist als eine Art Storyboard.
  • Ideen anderen Teilnehmern vorstellen (Presentation phase): Alle Skizzen werden an einer Wand gut sichtbar platziert und reihum den anderen Teilnehmern präsentiert.
  • Feedback geben (Critique phase): Die übrigen Teilnehmer geben Feedback, ohne dass der/die Ideengeber sich dazu äußern oder während des Feedbacks Lösungen suchen.

Zweite Kreativ-Iteration

  • Gemeinsam Ideen skizzieren: Basierend auf dem Feedback geht es in die nächste Runde und die Ideen können weiter ausgearbeitet oder es können neue Ideen entwickelt werden.
  • Ideen anderen Teilnehmern vorstellen
Der iterative Design Studio Prozess

Der iterative Design Studio Prozess

Innovationsideen mit Design Studio

Wie Jesse James Garret von Adaptive Path sinngemäß betont, geht es bei Methoden und Tools darum, diese nach den eigenen Bedürfnissen zu nutzen:

Take what you can use now, save the rest for another day.adaptivepath.org

Bei Me & Company nutzen wir den Design Studio Prozess nicht nur, um Design- und Konzeptlösungen zu entwickeln, sondern bereits einen Schritt früher, um grundlegende neue Innovationsideen zu generieren. Was ist der Unterschied?

Wie im klassischen Design Studio erfolgt zuerst die Phase „Gemeinsames Verständnis schaffen“, z.B. indem wir uns gegenseitig Ergebnisse von Research Maßnahmen vorstellen, uns noch einmal bestehende Personas vor Augen führen oder gemeinsam nach Inspirationsquellen suchen: Wo gibt es in anderen Branchen ähnliche Fälle/Beispiele und wie werden sie dort gelöst? Während dieser gesamten ersten „Gemeinsames Verständnis schaffen“-Phase notiert sich jeder spontane Ideen oder Ansatzpunkte auf ein Post-it, damit nichts verloren geht.

Im nächsten Schritt geht es in die Kreativphase. Jeder Teilnehmer hat eine festgelegte Zeit, um z.B. drei Ideen auf Post-its zu schreiben. Post-its haben den Vorteil, dass wir sie bei der Ideenvorstellung an eine Wand kleben und sie somit im weiteren Prozess für alle jederzeit sichtbar machen können. Anschließend werden, wie beim klassischen Design Studio, die Ideen einander vorgestellt, gefolgt von einer Feedback-Runde der übrigen Teilnehmer. Wichtig bei beiden Schritten ist, dass es eine festgelegte Zeit gibt, die jeder für die Präsentation und für das Feedback hat. Dadurch verliert man sich nicht in endlosen Diskussionen, sondern strukturiert den Prozess.

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Post-its helfen, Ideen zu visualisieren und für alle im Workshop greifbar zu machen

Nach der Feedback-Runde beginnt die nächste Iteration, in der jeder Ideengeber das Feedback mitnehmen kann, um seine Ideen weiterzuentwickeln oder durch die Ideen der anderen inspiriert nach neuen Ideen suchen kann.

Der Vorteil dieses Vorgehens gegenüber den bereits erwähnten Brainstorming bzw. Brainwriting Methoden liegt an der Kombination drei wichtiger Aspekte. Zum einen hat jeder Teilnehmer eine festgelegte Zeit für sich, um kreativ zu sein und seine Gedanken zu sammeln. Gleichzeitig bekommt jeder frühzeitig Rückmeldung, ob seine Ideen sinnvoll und relevant sind und kann sie so optimieren. Der dritte Aspekt ist die gegenseitige Inspiration. Durch die Vorstellung der Ideen geben sich die Teilnehmer einander Impulse, die wiederum zu neuen Ideen führen können. Somit entsteht eine kreative und produktive Atmosphäre, die sich auf alle Teilnehmer überträgt.

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